Lernfabrik 4.0 geht in Betrieb

Industrie 4.0 Anlage der GSMGH

Die Gewerbliche Schule Bad Mergentheim präsentiert mit großem Stolz die nun in Betrieb genommene vollautomatisierte Lernfabrik 4.0 im Showroom des Hauptgebäudes.

Roboter setzt Platine in Gehäuse ein

Teamkoordinator Andreas Amann, der das Konzept der Anlage sowie die Implementierung der Module in die Lehrpläne diverser Schularten verantwortet, bescheinigte nun, dass die Anlage ab sofort im eigens dafür im Zuge der Generalsanierung umgebauten Showroom bereitstehe. Die Anschaffung wurde nur deshalb möglich, weil in der Frage der Finanzierung großzügige Fördermittel vom Land Baden-Württemberg sowie dem Schulträger und den vielen u.a. betrieblichen Partnern der GSMGH einflossen. Hierfür soll an dieser Stelle noch einmal ein deutlicher Dank ergehen.

Im Jahr 2019 wurde unter Federführung der GSMGH ein entsprechender Förderbescheid ausgestellt, woraufhin eine europaweite Ausschreibung 2020 erfolgte, die dann im Herbst des Jahres in einer Lieferung mündete.

Produkt wird aus Magazin entnommen
Roboter setzt Platine in Gehäuse ein

Die Anlage besteht aus einem Hauptteil, der Industrie 4.0 selbst und einem SPS-Grundlagenlabor. Direkt neben Haupteingang im verglasten I4.0 – Showroom befindet sich die Lernfabrik der GSMGH: Diese besteht u.a. aus folgenden Komponenten: Hochregallager, Bohrstation, Roboterbestückung, Endkontrolle durch Kamera mit digitaler Bildverarbeitung, Verpressen + Ausgabe. Aktuell wird dort das sogenannte GSMGH-Mobile produziert in Form einer Ober- und Unterschale mit eingebauter Platine. Die Anlage kann also das von einem fiktiven Kunden selbst konfigurierte und zusammengestellte „GSMGH – Mobile“ individuell fertigen. Eine Vielzahl von Produktvariationen sind möglich, ohne dass die Anlage ein einziges Mal umgerüstet werden müsste. Sämtliche Produktionsdaten können erfasst, ausgewertet und dadurch in Form bedarfsgerechter Wartungs- und Inspektionsarbeiten geplant und durchgeführt werden. Hierbei können sämtliche industriellen Elektro- und Metallberufe wie auch das Berufliche Gymnasium wie dem TG schulische Inhalte adaptiert am Modell lernen. Zudem ist eine vor Hackerangriffen sichere Vernetzung der Anlage obligatorisch, worin die Beschulungschancen für Fachinformatiker oder wiederum dem Beruflichen Gymnasium im Profil der Informationstechnik liegen. Aber auch andere Abteilungen wie die Metalltechnik bzw. die Industriemechaniker, die Meisterschule und die Technikerschule sowie die Zweijährige Berufsfachschule für Elektronik und Metall werden hiervon nachhaltig profitieren. Weiterhin ist die Anlage so konzipiert, dass sie eine Vielzahl von Erweiterungsmöglichkeiten im Rahmen von Techniker-, Projekt- und TG-Seminarkursarbeiten ermöglicht. Die Lernfabrik 4.0 der GSMGH hat eine SAP-Schnittstelle, so dass fiktive Aufträge direkt von der Kaufmännischen Schule Bad Mgh eingelesen und weiterverarbeitet werden können. Unter dem Dach der „Lernfabrik 4.0 Main – Tauber“ ist die Lernfabrik der GSMGH auch mit den Lernfabriken aus TBB und Wertheim zusammen, so dass eine flexible Fertigung über den gesamten Main-Tauber-Kreis möglich ist. Für eine effiziente Umsetzung dieser Mittel zeichnen sich die Fachkollegen der Anlage verantwortlich wie Abteilungsleiter Elektrotechnik Alfed Winklmaier, Jörg Heinkelmann, Benjamin Trefs, Daniel Freitag und Stephan Lurz.

Lehrkraft am Arbeitsplatz Grundlagenlabor bei der Vorbereitung
Lehrkraft demonstriert die Überwachung der 4.0-Anlage mittels iPad

Der ausgelagerte Teil der Gesamtanlage, das SPS-Grundlagenlabor, dient der Grundlagenvermittlung für Steuerungstechnik, die für den Betrieb einer I4.0 Lernfabrik notwendig sind. Dafür wurde eine Komponente der Lernfabrik – die Bohrstation – im Klassensatz angeschafft. Die Anlage kommt gerade zur rechten Zeit, da sich die Lehrpläne vor allem bei den Mechatronikern und Elektronikern für Betriebstechnik genau in diese Richtung geändert haben, wobei nun auch die Lehrplannovelle der Beruflichen Gymnasien mehr Bezüge zur Anlage vorgibt.

Als Erweiterung für das Gesamtkonzept der Anlage wurde sie um die Komponenten der Künstlichen Intelligenz, der Augmented Reality und digitaler Zwillinge ergänzt, so dass zukünftig das Feld der Möglichkeiten zur handlungs- und produktionsorientierten Unterrichtsgestalt weithin groß ist. Möglich wird dies durch den vom Wirtschaftsministerium derzeit freigegebenen  Förderaufruf. Die GSMGH folgt diesem Förderaufruf, um eine stetige und strategische Weiterentwicklung der Lernfabrik 4.0 zu gewährleisten.

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