Leben und arbeiten „auf Deutsch“ kennengelernt

Leben und arbeiten „auf Deutsch“ kennengelernt
 
Drei Wochen waren zwölf junge Leute aus Saint-Etienne/Lyon zu Gast an der Gewerblichen Schule Bad Mergentheim. Im Frühjahr 2014 wird der Gegenbesuch in Frankreich stattfinden.
Als eine der ersten beruflichen Schulen im Land setzte die Gewerbliche Schule vor drei Jahren einen Austausch von Berufsschüler in die Tat um und pflegt seitdem eine Partnerschaft zum Lycée Profesionel „Sainte-Claire“ in Sury-le-Comtal in der Industrieregion Saint-Etienne/Lyon. Im Vordergrund steht der Austausch von Auszubildenden im Bereich Mechatronik, Elektronik, Industrie- und Anlagenmechanik.
Alfred Winklmaier stellte für die französischen Gäste ein abwechslungsreiches Programm zusammen, das zunächst ein Kennenlernen von Land und Leuten vorsah und schließlich in eigenen praktischen Tätigkeiten in zwölf verschiedenen Betrieben im mittleren Taubertal gipfelte.
Nach einer ersten Eingewöhnung standen eine Stadtführung durch Bad Mergentheim und ein Empfang im Rathaus durch den stellvertretenden Bürgermeister Bernhard Gailing auf dem Programm. Bernhard Gailing lobte die Vorreiterrolle der Gewerblichen Schule Bad Mergentheim nun schon zum dritten Mal einen Austausch von Berufsschülern durchzuführen. Er erinnerte an eine Rede von Charles des Gaulle, die er selbst vor über 50 Jahren im Ludwigsburger Schloss hörte und die der Startschuss zum Aufbau der deutsch-französischen Freundschaft war und empfahl den französischen Gästen nicht nur die Region, sondern unbedingt auch die regionalen Spezialitäten „Spätzle“ und deutsches Bier kennenzulernen. Nachdem die Auszubildenden aus Lyon, der heimlichen Hauptstadt der französischenKüche, sich selbst ein Bild vom deutschen Essen machen konnten, drückten sie frisch gestärkt zusammen mit Schülern der Klassenstufe 12 des Technischen Gymnasiums die Schulbank, um unter Anleitung von Französischlehrer Jochen Voltz in einem Tandem-Crashkurs an ihren Deutschkenntnissen zu feilen.
Mit den neugewonnen Deutschkenntnissen ging es in den folgenden Tagen auf bunte Erkundungstour durch die Region. Die CART-Bahn in Bad Mergentheim und ein Rundflug ab Niederstetten sorgten für Nervenkitzel, Geschichte und Kultur boten Rothenburg ob der Tauber und der Mittelaltermarkt in Creglingen. Im Technikmuseum Sinsheim gab es tausende Ausstellungsstücke der Technikgeschichte zu bestaunen. Eine Betriebsbesichtigung bei der Firma Würth auf Französisch zeugte vom Wirtschaftsstandort. Die nötige Erholung fand die Gruppe in der Frankentherme Bad Windsheim. Die Stadt Bad Mergentheim ermöglichte den Gästen einen kostenlosen Besuch des Wildparks. Spätestens bei der Brauereibesichtigung in Distelhausen könnten sich die französischen Gäste vom deutschen Bier überzeugen.
Schließlich wurde es ernst für die zwölf Austauschschüler. Sie mussten alleine ihren Mann in verschiedenen Betrieben stehen und packten neun Tage lang trotz fremder Sprache tatkräftig mit an. Einige Firmen aus dem mittleren Taubertal hatten sich bereits in der Vergangenheit an dem Austausch beteiligt, andere kamen dieses Jahr neu hinzu.
Nach drei Wochen wurden auf dem Reiterhof Trunk in Igersheim-Reckerstal, wo die Gruppe die ganze Zeit untergebracht war, eine Abschlussbilanz gezogen, bei der auch die Ausbilder aus den Betrieben, die betreuenden Lehrer Thomas Heer, Gunter Kremer und Alfred Winklmaier, der stellvertretende Schulleiter Peter Wöhrle und die Sprachbegleiterin Mónica dos Ramos Pessoa, die der Gruppe die ganze Zeit über zur Verfügungen stand, anwesend waren. Die Eindrücke und Erfahrungen, die die zwölf Austauschschüler gesammelt hatten, waren durchweg positiv. Die Firma Ceracon in Weikersheim war sogar so begeistert von ihrem französischen Gast, dass sie ihm prompt einen Ausbildungsplatz anboten. Voller neuer Eindrücke trat die kleine Gruppe am nächsten Tag die Heimreise nach Frankreich an.

Die Auszubildenden waren beschäftigt bei der Firma Ceracon, Fa. Elektro-Frank, Fa. Festerling, Fa. Lurz, bei der Palux AG, bei Roto Dach- und Solartechnologie, Firma Seidl, den Stadtwerken Tauberfranken und Firma Vossler.