Gleich dreimal wurde die Traumnote 1,1 erreicht

Gleich dreimal wurde die Traumnote 1,1 erreicht
Mohamad Mdalaleh wurde für seine Fortschritte in der deutschen Sprache mit dem Scheffelförderpreis geehrt

In einer kleinen Feierstunde wurden an der Gewerblichen Schule Bad Mergentheim 76 Prüflinge ins Berufsleben entlassen und erzielten mit einem Gesamtdurchschnitt von 2,4 ein gutes Ergebnis. Fast die Hälfte der Schülerinnen und Schüler erhielten für ihre Leistungen eine Auszeichnung. Insgesamt wurden 10 Belobigungen und 19 Preise für gute und hervorragende Leistungen übergeben. Prüfungsbeste wurde die beiden Friseurinnen Angelina Damer und Jessica Moll, sowie der Elektroniker für Geräte und Systeme Tobias Ehler.

Schulleiter Peter Wöhrle freute sich für die jungen Menschen, die nach drei Jahren Ausbildung in die Arbeitswelt entlassen wurden, aber stellte auch die Frage in den Raum, ob nun das Lernen aufhöre. „Sommer ist die Zeit, in der es zu heiß ist, um das zu tun, wozu es im Winter zu kalt war.“ Mit diesen Worten von Mark Twain ermunterte Wöhrle alle an ihrem beruflichen und privaten Werdegang zu arbeiten, obwohl man immer wieder gute Gründe fände Dinge nicht zu tun oder aufzuschieben.
Die dreijährige Ausbildung prägte jeden Einzelnen, so Wöhrle weter. Man habe hart gearbeitet, um immer weiter voranzukommen. Mal sei diese Zeit mehr oder weniger schön gewesen. Aber mit Ausdauer und Kraft habe man schließlich sein Ziel erreicht. Ausbilder und Lehrer fungierten in dieser Zeit sowohl als Unterstützter als auch als Antreiber. In diesem Zusammenhang dankte der Schulleiter all jenen, die die Schülerinnen und Schüler in den vergangenen Jahren immer wieder angetrieben und gefordert hatten. Hin und wieder hätten die Anwesenden sich wohl gefühlt wie Galeerensklaven. Nach drei Jahren harter Arbeit sei es nun an der Zeit die Paddel selbst in die Hand zu nehmen, neue Wege zu beschreiten, sich seinen Platz im Leben zu erobern und Verantwortung zu übernehmen. „Das Leben gewinnt so an Tiefe“, betonte Peter Wöhrle und wünschte sich, dass man nicht nur das Finanzielle sehe, sondern die persönliche und private Zufriedenheit im Mittelpunkt stände.
Zum zweiten Mal wurde auch der Scheffel-Förderpreis verliehen. Anders als sein bekannter Bruder, der jedes Jahr für die besten Abiturergebnisse im Fach Deutsch vergeben wird, richtet sich der Scheffel-Förderpreis an Schüler, die ihre Sprachkenntnisse enorm verbessern konnten. Der gebürtige Syrer, Mohamad Mdalaleh, eignete sich im Rekordtempo und stundenlanger Arbeit deutsche Vokabeln sowie Grammatik an. Er gab freiwillig Aufgaben ab und arbeitete akribisch daran sich immer weiter zu verbessern. Sein Fleiß und seine Ausdauer beeindruckten sowohl seine Lehrer an der Gewerblichen Schule als auch im Umschulungs- und Fortbildungszentrum Niederstetten, wo er seine Ausbildung zum Elektroniker für Betriebstechnik absolvierte. Mohamad Mdalaleh ging immer offen und freundlich auf andere zu, erzählte aus seiner Heimat und interessierte sich neben Gleich- und Wechselstrom auch für deutsche Geschichte und Politik. So stellte der Kriegsflüchtling auch nach dem Unterricht Fragen zur deutschen Nachkriegsgeschichte. Er wollte genau wissen, wie es einem zerbombten Land gelang wieder zu einer der führenden Industrienationen zu werden. Peter Wöhrle beglückwünschte ihn zu diesem besonderen Erfolg.
Am Ende wünschte Peter Wöhrle allen Absolventen alles Gute für ihre Zukunft.