Sondervorstellung von „Blut muss fließen“ besucht
 
Alle 11. und 12. Klassen des Technischen Gymnasiums der Gewerblichen Schule Bad Mergentheim besuchten die Sondervorstellung für Schüler Blut muss fließen. Undercover unter Nazis des Filmemachers Peter Ohlendorf im Movies Bad Mergentheim. Unterstützt wurde das Projekt unter anderem von Schule ohne Rassismus. Schule mit Courage.Dies ist ein Projekt, das sich gegen alle Formen von Diskriminierung, insbesondere Rassismus, stark macht und so einen Beitrag zu einer gewaltfreien, demokratischen Gesellschaft leistet.Seit zwei Jahren ist die Gewerbliche Schule Bad Mergentheim Teil dieses Projekts.
Regisseur Volker Ohlendorf erläuterte den Schülern in einer kurzen Einführung, dass der Journalist Thomas Kuban mehrere Jahre mit versteckter Kamera drehte. Thomas Kuban ist nur das bekannteste von verschiedenen Pseudonymen, unter denen der Journalist recherchiert.
Bei seinen Nachforschungen, die er in unscharfen Bildern mit versteckter Kamera festhielt, stieß er auf grölende Sänger auf der Bühne, während das Publikum den Hitlergruß zeigt und Alkohol in Strömen fließt. In den vergangenen Jahren ist eine europaweit vernetzte Rechtsrockszene entstanden, die in ihren Texten Gewalt und Hass propagiert. Dabei begegnete Thomas Kuban immer wieder ein Lied: „Blut muss fließen knüppelhageldick und wir scheißen auf die Freiheit dieser Judenrepublik“, das die ganze Menschenverachtung und Demokratiefeindlichkeit der Szene deutlich machte. Sichtbar wurde durch den Film auch, wie es gelingt durch häufig gecoverte Musik junge Menschen zu ködern. Gleichzeitig dient RechtsRock zur Radikalisierung. Klar wurde auch, dass solche Konzerte nicht nur in Ostdeutschland sondern auch in unserer Nähe stattfinden bzw. stattfanden.
Daneben stellte Thomas Kuban sich aber noch eine weitere Frage: Wie lässt sich das verhindern? Er machte sich zusammen mit Volker Ohlendorf auf an die Orte, an denen er gedreht hatte, und konfrontierte Behörden, Bevölkerung und Politiker mit seinen Aufnahmen. Vor Bekanntwerden der Verbrechen der NSU stieß er bei vielen Behörden auf taube Ohren, da man keine ernsthafte Gefahr von rechts sah. Erst seit November 2011 fand Kuban größeres Gehör.

An den Film schloss sich eine Diskussionsrunde mit den Machern des Films an, die es den Schülern ermöglichte nachzuhaken und Unklarheiten zu beseitigen. Viele zeigten sich schockiert von dieser Szene und ihrem Wirken. Der Film bot darüber hinaus für den Unterricht viele Impulse, die in den nächsten Stunden besprochen werden sollten.