Berichte

Informationsabend im BERUFLICHEN SCHULZENTRUM in Bad Mergentheim

Informationsabend im BERUFLICHEN SCHULZENTRUM in Bad Mergentheim

Zweijährige Berufsfachschulen – ein goldener Weg zur mittleren Reife
Mit allgemeiner und beruflicher Bildung für das Leben vorbereiten

Nach der 9. Klasse in der Haupt- oder Werkrealschule, Gemeinschaftsschule, Realschule oder im Gymnasium ist ein Wechsel auf eine zweijährige Berufsfachschule ohne weitere Hürden möglich.
Die Berufsfachschulen in Bad Mergentheim führen nach zwei Jahren zur Fachschulreife. Dies ist ein mittlerer Bildungsabschluss, mit dem man erfahrungsgemäß gute Chancen auf einen Ausbildungsplatz hat. Mit einem guten Abschluss kann ein Berufskolleg oder ein berufliches Gymnasium besucht werden, um die Fachhochschulreife oder das Abitur zu erwerben.
Die Berufsfachschule für Wirtschaft und Verwaltung, auch Wirtschaftsschule genannt, ver-mittelt mit kaufmännischen Fächern, Mediengestaltung und qualifizierendem Computer-einsatz die Kompetenz für die Büro- und Verwaltungsberufe. Die praxisnahen Ausbildungen in einer Übungsfirma und in Projekten mit Präsentation und Medien bereichern die Wirtschaftsschule.
In den gewerblich-technischen Berufsfachschulen Elektro- und Metalltechnik können tech-nisch begabte und interessierte Schüler den Umgang mit modernen Maschinen und elektro-technischen Geräten lernen. In der neu eingerichteten Berufsschulwerkstatt erwerben Jugendliche unter Anleitung von professionellen Fachlehrkräften eine praxisnahe Grundbil-dung, sodass der Abschluss in der zweijährigen Berufsfachschule oftmals auf das erste Jahr einer artverwandten Ausbildung angerechnet wird.
Die Schülerinnen und Schüler in der Berufsfachschule für Hauswirtschaft und Ernährung erwerben fachliche Kompetenzen im Bereich gesunder Ernährung sowie Grundlagen der Erziehungs- und Wirtschaftslehre. In der Praxis werden Speisefolgen unter ernährungs-physiologischen Gesichtspunkten geplant und zubereitet. Der Besuch dieser Schulart ermög-licht einen guten Einstieg in die Ausbildung zur Erzieherin, Hotelfachfrau oder Hauswirtschaf-terin. Das andere Profil Gesundheit und Pflege bietet den Berufsfachschülern aufgrund der fachbezogenen Fächer Biologie, Gesundheitslehre und Pflege sowie Übungen zur Pflege ideale Voraussetzungen für den Einstieg in soziale und pflegerische Berufe.
Ein übergreifender Informationsabend für alle zweijährigen Berufsfachschulen in Bad Mergentheim findet am Donnerstag, 14. Februar 2019, um 19 Uhr in der Aula an der Kaufmännischen Schule, Wachbacher Straße 42, 97980 Bad Mergentheim statt. Es werden Vertreter aus der Beruflichen Schule für Ernährung.Pflege.Erziehung, der Gewerblichen Schule und der Kaufmännischen Schule bereitstehen.
Anmeldungen können vom 1. Februar bis zum 1. März 2019 in den Sekretariaten des beruf-lichen Schulzentrums in der Seegartenstraße 16 und in der Kaufmännischen Schule in der Wachbacher Straße 42 erfolgen.

Mit der Mittleren Reife eine berufliche Grundbildung erhalten

Mit der Mittleren Reife eine berufliche Grundbildung erhalten

Nach zwei Jahren Arbeit erreichten vier Schülerinnen und 20 Schüler an der Gewerblichen Schule Bad Mergentheim ihre Mittlere Reife. Mit einem Gesamtschnitt von 2,5 in der Zweijährigen Berufsfachschule mit dem Schwerpunkt Elektrotechnik bzw. 2,6 im Schwerpunkt Metalltechnik erreichten sie ein lobenswertes Ergebnis. Prüfungsbester wurde Maximilian Zeller mit der Note 1,8.
Die Fachschulreife bereitet optimal auf eine spätere Berufsausbildung vor und ermöglicht den Zugang zu einer Vielzahl von interessanten Ausbildungsberufen, aber auch zum Besuch eines beruflichen Gymnasiums. Neben einer Grundausbildung in den Fächern Metall- oder Elektrotechnik werden die kultur- und sozialkundlichen sowie mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächer weitergeführt. Die Ausbildungssituation ist aktuell hervorragend und viele Unternehmen suchen händeringend nach Auszubildenden.
Teamleiter Jochen Voltz überreichte mit der Lehrkraft für Metalltechnik, Martin Weckesser, die Zeugnisse. Drei Schüler erhielten für einen Schnitt zwischen 1,8 bis 2,0 eine Belobigung. Sowohl Martin Weckesser als auch Jochen Voltz wünschten den Anwesenden für ihren weiteren Lebensweg alle Gute.

Besuch der Holocaust-Überlebenden Liesel Binzer an der Gewerblichen Schule

Besuch der Holocaust-Überlebenden Liesel Binzer an der Gewerblichen Schule

Die fast 80-jährige Holocaust-Überlebende Liesel Binzer, geb. Michel, berichtete vor Schülern der Zweijährigen Berufsfachschule und des Technischen Gymnasiums von ihren Kindheitserlebnissen im KZ Theresienstadt.

Im Rahmen des Projekts „Schule ohne Rassismus“, das es seit einigen Jahren an der Gwerblichen Schule gibt, nahm der verantwortliche Lehrer Jürgen Tapparelli mit Marina Müller von „Zeugen der Zeitzeugen“ Kontakt auf. Anliegen dieses Projekts ist es, Informationen und Erinnerungen der Holocaust-Überlebenden in die Zukunft zu tragen. Die Schicksale der 6 Millionen getöteten Juden dürfen nicht in Vergessenheit geraten.

Marina Müller, die Liesel Binzer begleitete, betonte in ihrer Einführung, man würde so lange weiterarbeiten bis „Jude“ an deutschen Schulen kein Schimpfwort mehr sei.

Danach berichtete Liesel Binzer sehr anschaulich und noch immer sichtlich bewegt von ihren Erlebnissen während der Nazizeit. Nach dem Novemberpogrom 1938 musste die damals zweijährige Liesel Binzer mit ihren Eltern ihre Wohnung verlassen und in ein sogenanntes „Judenhaus“ umziehen. 1942 musste die Familie auch dieses Haus verlassen und wurde nach Theresienstadt im heutigen Tschechien gebracht. Als wäre es erst wenige Jahre her erzählte Liesel Binzer davon, wie ihre Mutter sie mitten im Juli dick angezogen hatte, da die Familie nur einen einzigen Koffer packen durfte. Den Koffer sahen sie danach nie wieder.

Im Lager wurde die Familie getrennt. Ihr Vater, der im Ersten Weltkrieg beide Beine verlor, konnte anders als ihre Mutter nicht schwer arbeiten. Sie selbst verbrachte die Jahre in Theresienstadt im Kinderheim, wurde in dieser Zeit schwer krank und litt die ganze Zeit unter der Trennung von ihrer Familie. Sie erinnerte sich an die unwirkliche Welt, die die SS für einen NS-Propagandafilm im Sommer 1944 erschuf. Er sollte die vermeintlich guten Lebensverhältnisse im Lager darstellen und die Vernichtungspolitik des NS-Regimes verschleiern. Zu diesem Zweck wurden Kulissen errichtet, die eine normale Stadt zeigen sollten und den Kindern sogar einen Eisbecher versprochen, auf den sich Liesel Binzer unglaublich freute. Leider gab es aber kein Eis sondern nur einen leeren Becher.

Es gab aber auch an einige Momente der Menschlichkeit in dieser irrealen und grausamen Welt. Die jüdischen Betreuer hätten versucht, den Kindern den Alltag so angenehm wie möglich zu machen. Heimlich lernte die kleine Liesel Lesen und Schreiben. Zu ihrem 6. Geburtstag bekam sie schwer krank auf der Krankenstation liegend eine Torte geschenkt. Und immer wieder sprach sie von ihrer Mutter, die mit unglaublicher Kraft, Fleiß und großer Liebe das Überleben ihrer Tochter und ihres behinderten Mannes gewährleistet hatte. Nach Ende der ns-Filmarbeiten wurde das Kinderheim aufgelöst. Ihre Mutter setzte sich energisch dafür ein, dass Liesel Binzer nicht wie die anderen Kinder nach Auschwitz deportiert wurde. 1945 wurde Theresienstadt von den Sowjets befreit und Familie Michel konnte endlich nach Hause.

Zu Hause hieß für die Familie auch nach 1945 Deutschland. Eine Auswanderung kam sowohl wegen der Behinderung des Vaters als auch aus Überzeugung nicht in Frage. Man war Deutscher und sprach nur Deutsch. Die Zeitzeugin berichtete in der sich anschließenden Fragerunde wie es ihr in der Zeit nach dem Krieg ergangen ist. Sie hat geheiratet, bekam drei Kinder und freut sich mittlerweile ihre Enkel hier und in Israel aufwachsen zu sehen. Ihre Familie wuchs, aber die Erlebnisse, die damit verbundenen seelischen Wunden und die Lücken, die die ermordeten Familienmitglieder hinterlassen haben, werden dennoch nie wieder zu schließen sein. Sie selbst kann erst seit einigen Jahren über ihre Erlebnisse sprechen. Am Ende betonte Liesel Binzer: „Es gibt keinen Grund Menschen wegen ihrer Religion oder ihrem Aussehen zu hassen.“

Die Schüler zeigten sich sichtlich bewegt und sollen nun selbst als „Zeugen der Zeitzeugen“ aus dem  Gehörten lernen und davon berichten.


 

Mit der Mittleren Reife Türöffner für den weiteren Werdegang erhalten

Mit der Mittleren Reife Türöffner für den weiteren Werdegang erhalten

Nach zwei Jahren Arbeit erreichten eine Schülerin und 21 Schüler an der Gewerblichen Schule Bad Mergentheim ihre Mittlere Reife. Mit einem Gesamtschnitt von 2,7 in der Zweijährigen Berufsfachschule mit dem Schwerpunkt Elektrotechnik bzw. 2,3 im Schwerpunkt Metalltechnik erreichten sie ein beachtliches Ergebnis. Prüfungsbester wurde Michael Gehring mit der Traumnote 1,1

Die Fachschulreife bereitet optimal auf eine spätere Berufsausbildung vor und ermöglicht den Zugang zu einer Vielzahl von interessanten Ausbildungsberufen, aber auch zum Besuch eines beruflichen Gymnasiums. Die Ausbildungssituation ist aktuell hervorragend und viele Unternehmen suchen händeringend nach Auszubildenden.

Schulleiter Peter Wöhrle beglückwünschte die Schülerin und die Schüler zu ihren guten Abschlüssen. Die Schüler hätten mit Hilfe der Lehrer und ihrer Eltern, aber aus eigener Kraft die besten Voraussetzungen geschaffen, um jetzt eine neue Etappe in ihrem Leben angehen zu können, so Peter Wöhrle. Er wünschte den jungen Menschen Mut, die Möglichkeiten zu ergreifen, die am besten zu ihren Neigungen passen. Heute vertane Chancen seien aber im späteren Leben meist nur sehr schwer wieder auszugleichen. Dabei käme es bei den vielen sich bietenden Möglichkeiten darauf an, das Wichtige von Unwichtigem zu unterscheiden und für sich den richtigen Weg zu finden.

Klassenlehrer Martin Weckesser überreichte anschließend die Zeugnisse. Abteilungsleiter Holger Nique nahm die Preisverleihung und Belobigung der Besten vor. Für hervorragende Leistungen bis zu einem Schnitt von 1,7 wurden eine Schülerin und fünf Schüler ausgezeichnet, zwei Schüler erhielten für einen Schnitt zwischen 1,8 bis 2,0 eine Belobigung. Sowohl Martin Weckesser als auch Holger Nique wünschten den Anwesenden für ihren weiteren Lebensweg alle Gute.

Jedem das Seine – Besuch in Buchenwald

Jedem das Seine – Besuch in Buchenwald

In einem fachübergreifenden Unterricht der Fächer Religion, Deutsch, Geschichte und Gemeinschaftskunde beschäftigten sich die Schüler der Klassen 2BFM1, 2BFME und 1BFMI der Gewerbeschule Bad Mergentheim mit dem Nationalsozialismus. Im Rahmen dieses Themas besuchten sie die Gedenkstätte Buchenwald.

Der Spruch „Jedem das Seine“ ziert das Eingangstor von Buchenwald. Er ist der griechischen Philosophie entlehnt und spielt auch im römischen Recht eine bedeutsame Rolle. Er hört sich liberal und tolerant an. Die positiven Aspekte dieses Spruches galten aber nur den freien Griechen und später dann den römischen Bürgern. Beide Kulturen aber waren Sklavenkulturen. So reihte sich Nazideutschland mit diesem Spruch ein in die Sklavenkulturen der Griechen und der Römer.

Schüler der Gewerbeschule Bad Mergentheim mit den Lehrkräften Sandra Pauly, Philipp Pütz, Jürgen Tapparelli und Karl Gerlinger

Was dies nun konkret für die Häftlinge in den Konzentrationslagern des 3. Reiches bedeutete, das konnten die Schüler in Buchenwald erfahren. Die allermeisten Häftlinge dort waren ohne Prozess, ohne Gerichtsurteil, allein wegen ihrer politischen Gesinnung, ihrer Glaubensüberzeugung, ihrer Herkunft, ihrer Nationalität, ihrer Abstammung, ihrer sexuellen Orientierung, und aus anderen Gründen inhaftiert worden. Für die SS, die sämtliche Konzentrationslager verwaltete, war dies ein besonderes Geschäftsmodell, sie vermietete die Häftlinge an Firmen der Umgebung. In Buchenwald produzierte sie zudem noch im extra errichteten Gustloff-Werk II Gewehre und Teile für die V2.

Für die Häftlinge selbst war es ein absolut rechtsfreier Raum. Die selbsternannten Herrenmenschen, die Nationalsozialisten, konnten und haben sich auch als solche aufgeführt und gefoltert, gequält und gemordet. Von 1937-1945 haben etwa 56 000 Menschen in Buchenwald ihr Leben verloren.

Für die Schüler ermöglichte der Besuch in der Gedenkstätte Buchenwald durch Orginaldokumente und mittels einer Führung sich dem menschenverachtenden Terror der nationalsozialistischen Ideologie zu stellen. Es ist und es bleibt unbegreiflich, dass Menschen an anderen Menschen so unmenschlich handeln können. Und das auch noch an einem Ort, an dem Johann Wolfgang Goethe 130 Jahre zuvor die Schöpfung Gottes und die Freiheit genossen hat.

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