Berichte

Französische Auszubildende absolvieren Praktikum in Bad Mergentheim

Französische Auszubildende absolvieren Praktikum in Bad Mergentheim
 
Wie in jedem Jahr kam auch in diesen Mai wieder eine Gruppe von 12 Auszubildenden aus der Partnerstadt Digne les Bains nach Bad Mergentheim, um in regionalen Unternehmen ein Betriebspraktikum zu absolvieren. Die Austauschmaßnahme, die vom Deutsch-Französischen Sekretariat in Saarbrücken voll finanziert und von Lehrern des Berufschulzentrums Bad Mergentheim organisiert wird, soll den Jugendlichen die deutsche Arbeitswelt sowie Land und Leute näherbringen. Betreut wurde die Gruppe dabei von einem französischen Lehrer (mit wöchentlichem Wechsel), einigen engagierten Kollegen des Berufschulzentrums sowie einer Sprachbegleiterin, die nicht nur bei sprachlichen Problemen stets mit Rat und Tat zur Seite stand. Untergebracht war die Gruppe dieses Jahr im Urlaubsreiterhof Trunk, wo sie nette Appartements zur Verfügung hatte.
 
Die Jugendlichen, die in ihrer Heimat verschiedene Berufe erlernen, waren in Bad Mergentheim und Umgebung in mehreren Betrieben untergebracht, wo sie Einblicke in die manchmal doch unterschiedlichen Arbeitsweisen gewinnen konnten:
 
Bad Mergentheim: Altstadtbäckerei (Bäcker), Heer-Style (Frisörin), Kopfkunst (Frisörin), Johann Stumpf (Maurer)
Igersheim: Bamberger (Bäcker, Konditorin)
Lauda-Königshofen: Weber (Konditoren)
Harthausen: Landwehr (Bäcker)
Edelfingen: Edelfinger Hof (Gastronomie)
Markelsheim: Schurk (Gastronomie)
 
Ein herzlicher Dank gilt den Firmen, die einen oder mehrer Praktikumsplätze zur Verfügung stellten und sich trotz der Sprachbarriere sehr gut um die Jugendlichen kümmerten. Für die Auszubildenden war es rückblickend eine wertvolle Erfahrung, wie sich bei der Abschlussbilanz zeigte.
 
Neben der Arbeit sollen die jungen Franzosen natürlich auch die Region und die Menschen kennenlernen. Aus diesem Grund stellen die am Austausch beteiligten Lehrer des Berufsschulzentrums Bad Mergentheim jedes Jahr ein abwechslungsreiches und spannendes, soziokulturelles Programm auf die Beine.
Gleich zu Beginn des Aufenthalts wurde am 1. Mai ein erlebnispädagogischer Nachmittag mit anschließendem Grillen durchgeführt, bei dem sich die Jugendlich besser kennenlernten und der Gruppenzusammenhalt gestärkt wurde. Darüber hinaus wurden die Städte Rothenburg und Würzburg besucht, wo die Jugendlichen die Möglichkeit zum Shoppen hatten. Ein besonderes Highlight für die Auszubildenden war der Rundflug über die Region mit Sportflugzeugen ab Niederstetten.
Ein Besuch des Wildparks Bad Mergentheim und die fast schon traditionelle Brauereibesichtigung in Herbsthausen mit anschließender Bierprobe rundeten das Programm ab.
 
Alles in allem waren die französischen Gäste begeistert von ihrem dreiwöchigen Aufenthalt in Bad Mergentheim, so dass bei der Abfahrt doch die eine oder andere Träne floss!

Erfahrungsbericht von Steffen Müller

Trois semaines en France

Drei Wochen in Frankreich
 
Einen ausländischen Betrieb kennenzulernen, eine andere Mentalität anzutreffen und die Fremdsprachenkenntnisse zu verbessern; dies waren die primären Ziele meines dreiwöchigen Auslandspraktikums im Oktober 2011 nach Digne-les-Bains in Frankreich. Dieser Austausch basiert auf der Partnerschaft der beiden Städte Digne und Bad Mergentheim, die seit nunmehr 50 Jahren gemeinsame Aktionen durchführen. In Frankreich werden für die teilnehmenden Azubis Betriebe ausgesucht, die in etwa den Ausbildungsberufen in Deutschland entsprechen. Aufgrund der hohen Anzahl der Einzelhändler und Dienstleistungsbetriebe in der Region sind beispielsweise Bäcker, Metzger und Friseure in den Betrieben untergebracht.
 
Im Betrieb
Ich hatte das Vergnügen, in einem Baustoffeinzelhandel zu arbeiten. Wareneingangskontrollen, Etikettieren der Ware, Artikel einräumen und kleinere PC-Arbeiten waren Teile meiner Arbeit; also nicht allzu weit entfernt von der Arbeit bei Systemair. Die Zusammenhänge zwischen Einkauf, Lagerung, Bestellungen und Vertrieb zu verstehen, ist schon auf Deutsch nicht immer einfach. Das alles auf französisch erklärt zu bekommen, erforderte jede Menge Geduld für beide Seiten. Dazu reichten ein paar Jährchen Schulfranzösisch nicht immer aus, doch die französischen Kollegen David und Gerald gaben sich sehr viel Mühe, mir die Abläufe näher zu bringen. Nichtsdestotrotz war der
tägliche Umgang mit den Mitarbeitern sehr wichtig, da es keine Möglichkeit gab, sich hinter der deutschen oder englischen Sprache zu verstecken. Das berüchtigte "Je ne parle pas français" (Ich spreche kein Französisch) musste ich leider dennoch viel zu häufig anwenden, wenn Kunden nach einem Kunststoffröhrensiffon, einem Fußbodensigellack oder nach Fließspachtelmasse fragten.
 
In der Freizeit
Wenn ich nun berichte, wir hätten drei Wochen rund um die Uhr nur gearbeitet, würde es nicht ganz der Wahrheit entsprechen. Es standen tolle Freizeitaktionen auf dem Programm. Ein Highlight war sicherlich der Ausflug nach Cassis an die Cote d'Azur. Auch wenn das Wasser nur eine Temperatur von 15 Grad hatte, war ein Sprung ins Mittelmeer Pflicht. Weitere Ausflugsziele waren Aix-en-Provence und der beeindruckende Canyon „Georges du Verdun“. Ein Diskoabend am Samstag durfte natürlich auch nicht fehlen. Bei 80 Euro für die Flasche Wodka war es erstmal schwer, eine tolle Party zu feiern, aber wo ein Wille ist... Auch wenn es nicht mein erster Frankreich-Aufenthalt war, beeindruckten mich die schöne Landschaft im Süden, die Gastfreundlichkeit und die positive Lebenseinstellung der Leute aufs Neue. Im Betrieb gingen die Menschen sehr respektvoll miteinander und um ihre "laisser-faire" - Einstellung sind die Franzosen auch etwas zu beneiden. Bedenkt man, dass sich Frankreich und Deutschland noch vor ca. einem Jahrhundert innerhalb 75 Jahren in drei Kriegen gegenüber gestanden sind, ist es bewundernswert, wie der Umgang zwischen den beiden Nationen heute ist und zahlreiche Vorurteile abgebaut wurden. Da haben Monsieur de Gaulle und Herr Adenauer mal ganze Arbeit geleistet. Doch nicht nur die politische Komponente ist wichtig;
gerade solche Austausche und Partnerschaften stärken das deutsch – französische Verhältnis auf allen Ebenen.
 
Ein großer Dank meinerseits gilt Jürgen Breier und Frank Jäger, die sich für diesen Austausch einsetzten.
 
Bericht: Steffen Müller

Besuch einer Auszubildendengruppe aus Sury-le-Comtal

Besuch einer Auszubildendengruppe aus Sury-le-Comtal an der
Gewerblichen Schule und Betrieben der Region

Große Begeisterung herrscht bei den betroffenen Betrieben der Region über die neuen Austauschmöglichkeiten mit dem zweiten Partner der Gewerblichen Schule Bad Mergentheim, dem Lycee Professionel „Sainte Claire“ in Sury-le-Comtal. Durch diese ergänzende Möglichkeit wird speziell für Mechatroniker, Elektroniker, Industrie- und Anlagenmechaniker Flexibilität, Mobilität und Weltoffenheit gefördert, hervorragende Voraussetzungen für Mitarbeiter exportorientierter Unternehmen. Außerdem werden Vorurteile abgebaut und historische Fehlentwicklungen korrigiert. Wie sagten doch die ersten Austauschteilnehmer im Frühjahr diesen Jahres über ihre großartigen französischen Gastgeber: „In den französischen Industriebetrieben geht es viel hektischer zu als bei uns“ und „Der Franzose setzt andere Schwerpunkte: Kleidung und Essen sind ihm wichtiger als Haus und Auto.“ Umgekehrt zeigten sich die jungen Franzosen der Region Rhone-Alpes aus dem Departement Loire beeindruckt von der hiesigen Betriebsorganisation und der angewandten präzisen Hochtechnologie.
 
 
Foto: Die jungen Franzosen mit ihren Lehrkräften beim Empfang der Stadt Bad Mergentheim. In der Mitte Oberbürgermeister Udo Glatthaar daneben Sprachbegleiterin Alexia Catsidonis. Rechts Jürgen Friedrich und Achim Tomatsits von der Stadtverwaltung sowie OStR Alfred Winklmaier von der Gewerblichen Schule Bad Mergentheim.
 
Nach dem seit 20 Jahren durchgeführten Austausch des Berufsschulzentrums Bad Mergentheim mit Auszubildenden Bad Mergentheims Partnerstadt Digne- les-Bains ist nun also die zweite Partnerschaft in vollem Gange. Im März und April fand der erste dreiwöchige Besuch im dortigen Zentrum der Schwerindustrie um Saint-Etienne südwestlich von Lyon statt, nun kamen im Oktober zwölf junge Franzosen mit Begleitlehrern und Sprachbegleiterin nach Bad Mergentheim und Umgebung. Sieben Firmen nahmen die jungen Leute aus dem Nachbarland unter ihre Fittiche, und zwar die Industrieunternehmen Wittenstein AG, Roto Dach-und Solartechnologie GmbH, Lauda Dr.R.Wobser GmbH Co.KG und UFT Umwelt- und Fluid-Technik Dr.H.Brombach GmbH sowie die Handwerksbetriebe Lurz GmbH, Braun GmbH und Karl Hay aus dem Bereich Heizung, Klima und Solar. Ein weiterer positiver Aspekt war der intensivierte Kontakt zwischen Firmen und Schule.
 
Nach dem Eintreffen der Gäste nach 900 km Fahrt wurde die französische Gruppe durch die Lehrkräfte Alfred Winklmaier, Gunter Kremer, Thomas Heer und Jochen Voltz in Empfang genommen. Die erste Woche stand ganz im Zeichen der Eingewöhnung in Sprache, Umgebung und Betrieb. Besuche in Würzburg, Rothenburg und ein Rundflug ab Niederstetten sowie ein Empfang der Stadt Bad Mergentheim standen auf dem Kulturprogramm. In der zweiten und dritten Woche ging es dann in die einzelnen Betriebe, ehe schließlich eine äußerst positive Abschlussbilanz eines gelungenen Auftakts des ersten Jahres der neuen Partnerschaft gezogen werden konnte.

Neuer Schüleraustausch der Gewerblichen Schule mit Frankreich

Neuer Schüleraustausch der Gewerblichen Schule mit Frankreich
 
Förderung der interkulturellen Kompetenz, so lautet die offizielle Bezeichnung, die sich die Politik seit über 50 Jahren zum Ziel gesetzt hat. Denn ein Schüleraustausch soll viel mehr sein, als eine von der Schule organisierte Studienfahrt. Verständigung zwischen den Kulturen, gegenseitiges Kennenlernen von Menschen, Sitten und Gebräuchen, sollen helfen Vorbehalte abzubauen, um sich über Grenzen und Kulturen hinweg näher zu kommen. Soll das friedliche Zusammenleben der Völker in Europa einmal reale Wirklichkeit werden, müssen sich Sichtweisen ändern. Dabei ist der persönliche Kontakt der Menschen unverzichtbar.
 
So sieht das unter anderem das Deutsch-Französische Sekretariat SFA in Saarbrücken, welche mit europäischen Fördermitteln ehrgeizige Projekte dieser Art unterstützt. Dank dieser Gelder wurde es für elf Schüler der Gewerblichen Schule Bad Mergentheim möglich, für drei Wochen in die französische Industriestadt St. Etienne zu reisen und an einem Austauschprogramm teilzunehmen. Vorausgegangen war ein Kooperationsvertrag mit der französischen Schule Lycée Professionel „Sainte-Claire“ in Sury-le-Comtal, einer dem deutschen Technischen Gymnasium vergleichbaren Einrichtung, bei der französische Jugendliche neben dem Abitur gleichzeitig eine Berufsausbildung erhalten. Mit diesem Vertrag betrat die Gewerbliche Schule Bad Mergentheim Neuland, jedoch halfen die Erfahrungen aus dem mittlerweile zwanzigjährigen Bestehen des Austausch mit der Partnerstadt Digne le Bains.
 
Deutsche Jugendliche, die eine Ausbildung entweder zum Mechaniker, Elektroniker oder Mechatroniker durchlaufen, hatten dadurch die Möglichkeit in französischen Betrieben ein Praktikum zu absolvieren. Besonders diese Berufsgruppe war bisher in Digne nur schwer zu vermitteln gewesen, so dass das Angebot aus Sury-le-Comtal sehr gerne und offen angenommen wurde, sowohl seitens der Betriebe als auch bei den Auszubildenden. Sprachliche Unterstützung bekam die Gruppe durch eine junge Sprachbegleiterin, die neben ihrer Aufgabe als Kulturvermittlerin auch half, organisatorische Probleme zu lösen, die manchmal Feingefühl und sprachliche Gewandtheit erfordern. Die Verbindung aus Sprachkurs, Kulturprogramm, Arbeit in den Betrieben, aber auch eine aktive Freizeitgestaltung, machten den Austausch zu einer einmaligen Chance für junge Menschen. Die Unternehmen waren stets hilfsbereit und vielfältig in ihrem Tätigkeitsangebot. Stolz zeigten die jungen Menschen aus dem Taubertal ihre fachlichen Kompetenzen, manchmal sogar zum Erstaunen ihrer französischen Betreuer. In den Betrieben und in der Freizeit wurden die erlernten Sprachkenntnisse erprobt und es entstand auch der gewünschte Kontakt zu den Einheimischen. Im Fußballstation Stade Geoffroy-Guichard wurde man Zeuge, dass französische Erstligaspiele nicht anders verlaufen als bei uns, und der Besuch des Bergbaumuseums in St. Etienne führte die Auszubildenden sogar unter Tage. Vielleicht trug auch der Charme des Ortes bei, in dem die deutsche Gruppe untergebracht war – Chambles, ein kleines französisches Bilderbuch-Dorf, oberhalb der Loire-Schlucht – für junge Menschen auf den ersten Blick vielleicht etwas zu ruhig, aber wie man ihn zum Wohlfühlen kaum besser hätte auswählen können. Großzügig versorgt vom Lycée konnte man im wahrsten Sinne des Wortes leben und arbeiten wie Gott in Frankreich. Der Gegenbesuch der französischen Auszubildenden wird dann im Herbst dieses Jahres statt finden, wofür sich die Schule Bad Mergentheim schon jetzt bei den Betrieben bedankt, die französische Auszubildende aufnehmen wollen.
 
Als bleibenden Eindruck nehmen wohl die deutschen Beteiligten die fast unbeschreibliche Gastfreundlichkeit der Franzosen mit und ihre landestypische Leichtigkeit, mit der sie ihren Alltag meistern. Wenn das auch ein Ergebnis des Austauschprogramms ist – dass das deutsch-französische Verhältnis heute tatsächlich so gut ist wie noch nie in seiner Geschichte – dann ist eines der politischen Ziele erreicht worden und man darf froh sein, dass in der heutigen Zeit von beiden Staaten noch Gelder für solche lobenswerte Projekte zur Verfügung stehen.

Bad Mergentheimer Auszubildende absolvieren Praktikum in Digne les Bains

Bad Mergentheimer Auszubildende absolvieren Praktikum in Digne les Bains
 
Auch in diesem Jahr fuhr eine Gruppe von Berufsschülern des Berufschulzentrums Mergentheim in die Partnerstadt Digne les Bains, um dort in den ersten 3 Oktoberwochen ein Praktikum in französischen Gastbetrieben zu absolvieren. Die Auszubildenden nutzen dabei die einmalige Chance, den doch oft anderen Berufsalltag sowie Arbeitsmethoden des Nachbarlandes kennenzulernen. Die Austauschmaßnahme wird voll vom Deutsch-Französischen Sekretariat in Saarbrücken finanziert, welches eng mit dem Berufsschulzentrum Mergentheim zusammenarbeitet.
 
 
In diesem Jahr konnten 2 Frisörinnen eine Fachkraft für Lager und Logistik, eine Kauffrau im Groß- und Außenhandel, eine Bäckerin, zwei Industriemechaniker, ein Fleischer und eine Fleischerei-Fachverkäuferin sowie 2 medizinische Fachangestellte die Fahrt nach Digne antreten. Begleitet wurden sie dabei von Lehrern des Berufsschulzentrums
sowie von einem Sprachbegleiter, der Übersetzungsaufgaben übernahm sowie die Jugendlichen während der drei Wochen betreute.
 
 
In Zusammenarbeit mit der örtlichen Partnerschule, dem CFA René Villeneuve (www.cfa-digne.fr), werden den Jugendlichen bereits seit 20 Jahren ihrem Beruf entsprechende Gastbetriebe vermittelt, in denen die Auszubildenden stets sehr freundlich aufgenommen werden. Außerdem stellen die französischen Kollegen jedes Jahr ein interessantes und abwechslungsreiches soziokulturelles Rahmenprogramm auf die Beine, um den deutschen Gästen Einblicke in das Land und die Kultur Frankreichs zu bieten. Neben sportlichen Aktivitäten wie dem Besuch eines Klettergartens, besichtigten dieses Jahr die Auszubildenden auch provenzalische Städte (Aix en Provence und Apt)
und machten als Höhepunkt einen Trip ans Mittelmeer, wo sie Gelegenheit hatten, ins zu diesem Zeitpunkt noch warme Meer zu springen.
 
Der französische Gegenbesuch, bei dem französische Berufsschüler in deutschen Betrieben arbeiten, findet im Mai 2012 statt.

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