Flagge zeigen

Flagge zeigen: Schüler des TG/ITG setzen sich für Toleranz und gegen Rassismus ein
 
Unter dem Motto "Flagge zeigen" hat vom 6. - 9. Februar 2012 ein Projekt für Toleranz und gegen Rassismus an der Gewerblichen Schule in Bad Mergentheim stattgefunden. Bereits zum fünften Mal organisierte Herr Scheurich, der neben Geschichte auch Gemeinschaftskunde unterrichtet, diese Aktion mit Schülern der Klasse TG / ITG 11. Insbesondere die „rechtsorientierte Gewalttaten“ in Deutschland hat die Präsenz der Thematik in den letzten Wochen verdeutlicht.
 
Das Projekt verlief folgendermaßen:
 
Einen Monat lang wurde im Gemeinschaftskundeunterricht eine Präsentation auf die Beine gestellt, die amüsieren, informieren und motivieren sollte. Angesprochen wurden verschiedene Aspekte, wobei die Thematik des Rechtsextremismus aufgrund der sogenannten „Dönermorde“ im Fokus stand.
Kern des Projekts war, neben der 20-minütigen Präsentation, eine Fotoaktion, der wir den Namen des Projekts verdanken. Hierbei wurden selbstgemachte Fähnchen unterschiedlicher Länder an Schüler der GwS verteilt, die sich anschließend damit fotografieren ließen. Ziel dieser Aktion war es, eine riesige Fotocollage im Eingangsbereich der Aula zu schaffen. Ein weiterer Punkt im Programm war das Erreichen des Titels „Schule ohne Rassismus“, ein bundesweites Projekt, bei dem sich Schüler und Lehrkräfte einer Schule dazu verpflichten, aktiv gegen Rassismus, jede Form von Diskriminierung und Mobbing vorzugehen. Hierfür werden 70% der Unterschriften aller Lehrer und Schüler einer Schule benötigt. Die Schüler der Klasse TG / ITG 11 besuchten in Gruppen jede Klasse der Gewerblichen Schule Bad Mergentheim, wobei sie nach Vorstellen der Präsentation zu der Foto- und Unterschriftenaktion übergingen.
 
Im Rückblick kann man sagen, dass es eine wertvolle Erfahrung für die Schüler und Schülerinnen der Klasse TG / ITG 11 war, für eine wichtige Sache einzustehen und diese vor meist unbekannten Mitschülern vorzutragen. Es wurde deutlich, wie schwer es ist Menschen für eine Sache zu motivieren, wenn diese selbst als Deutsche oder Deutscher ohne Migrationshintergrund nicht direkt davon betroffen sind. Merklich war aber auch, dass die Toleranz mit dem Alter abnahm. Waren jüngere Schüler oder Schülerinnen noch leichter für das Projekt zu begeistern, hielt sich die Anteilnahme und das Engagement Erwachsener in Grenzen.
 
Schlussendlich kann man die Anti-Rassismus-Aktion als sehr gelungen betrachten, wobei im Nachhinein natürlich auch einige Schwächen erkennbar sind. Besser wäre gewesen sich nicht so sehr auf den Rechtsextremismus, sondern auf Rassismus und Toleranz im Allgemeinen zu beziehen. Für die nächsten Jahre bleibt zu bedenken, ob es nicht auch eine Option wäre, ein Projekt für Toleranz nicht nur an der eigenen Schule durchzuführen, sondern auch andere öffentliche Einrichtungen damit zu bereichern, um weitere Wellen zu schlagen.
 
Mirjam Henn TG / ITG 11