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Bemerkenswerte Leistungen gezeigt

Bemerkenswerte Leistungen gezeigt

Wie kann ich Servicekräften die Arbeit erleichtern? Wie kann man einfach Cocktails herstellen? Wie kann man eine Badminton-Ballmaschine über eine App steuern? Auf diese und andere Fragen lieferten die Teilnehmer des Seminarkurses 2015/2016 und die Techniker für Datentechnik der Gewerblichen Schule Bad Mergentheim bei ihrer öffentlichen Präsentation Antworten. Die Schüler stellten bei einem Rundgang durch die Aula ihre interessanten Innovationen vor, die in Eigenregie oder in Zusammenarbeit mit Firmen erstellt wurden.

Betreut wurden die Teilnehmer des Seminarkurses, der für die Schüler der zwölften Jahrgangsstufe angeboten wird, wie in den Jahren zuvor von Thomas Beiersdorf und Martin Breuner. Die angehenden Techniker erhielten von ihrem Klassenlehrer Michael Bauer, Andreas Amann, sowie dem Abteilungsleiter der Elektroabteilung, Ruthard Honeck, Unterstützung.

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Jedes Jahr müssen sich die Schüler des Technischen Gymnasiums am Ende von Klasse 11 für die Kurse entscheiden, die sie in beiden folgenden Schuljahren belegen werden. Jedes Jahr führt dies zu vielen Fragen, da unklar ist, welche Fächer man belegen muss und wo es Wahlmöglichkeiten gibt. Jasmin Behlau, Peter Beck und Patrick Düll (alle ITG 12.2) entwickelten daher ein intelligentes System zur Kurswahl, das diesen Prozess erleichtern soll.

Da Schüler im Schulalltag weit mehr Fragen als die Kurswahl interessieren, kamen Jasmin Hagius und Isabell Wolfahrt (beide ITG 12.2) auf die Idee eine „Homepage für Schüler“ zu erstellen. Auf dieser können aktuelle Beiträge für die einzelnen Klassenstufen eingestellt werden. Administratoren sind nicht Lehrer sondern beispielsweise die Schülersprecher.

Wer in seiner Freizeit gerne Badminton spielt, der könnte sich über die steuerbare Badminton-Ballmaschine freuen, die Nico Hofmann, Julian Reuther und Hannes Zeihsel entwickelt haben. Müssen die Bälle nach einer Trainingseinheit oder einem Spiel wieder aufgesammelt werden, könnte man auf die Entwicklung und Konstruktion einer Federballaufsammelmaschine zurückgreifen. Ein Microcontroller zählt automatisch die Anzahl der Bälle, die sich in der Maschine befinden. Die Verantwortlichen Ramona Rackl (TG 12.2), Kevin Hügel und Sebastian Neumeier (beide TG 12.1) betonten, dass sie viel Zeit in ihr Projekt investiert haben, aber auch vieles gelernt haben.

Marcel Huppauer (ITG 12.2) ist Tischtennis-Schiedsrichter und musste bisher immer zeitintensiv auf Pappkarton zählen. Zusammen mit Rene Hefner (ITG 12.2) entwickelte er eine intelligente Zähltafel mit Touchscreen, die nicht nur transportabel ist, sondern ihm auch zukünftig seine Arbeit als Schiedsrichter erleichtert.

Yannick Ehrler und Kai Sturm (beide TG 12.1) tüftelten an einem „Mobilen Multimediasystem auf der Basis des Einplatinencomputers Raspberry Pi“, für das sie ein Gehäuse mit Touch-Display entwickelten, das von der Firma DataModul gesponsert war. Mit ihm kann man nicht nur im Internet surfen, sondern auch Filme oder Videos streamen und Musik hören. Obwohl sie auch Rückschläge einstecken mussten, da der geplante 3D-Druck scheiterte, hat das Projekt Spaß gemacht und sie konnten interessante Kontakte knüpfen.

Bemerkenswertes zeigten auch die angehenden Techniker der Fachschule für Datentechnik. Der Hobby-DJ Simon Hartlaub beschäftigte sich in seiner Technikerarbeit mit einem MIDI-Controller, mit dem er Töne und sogar ganze Lieder machen kann.

Manuel Seyfried entwickelte für das Kastanienfest der Stadtkapelle Amorbach ein kluges Kassensystem, das den Bedienungen das Kassieren deutlich erleichtert und sie nicht wie bisher mit einer klassischen Registrierkasse oder Stift und Zettel arbeiten müssen.

In Zusammenarbeit mit seinem alten und neuen Arbeitgeber Roto erfasste Martin Rein die Öffnungskräfte eines Dachfensters und half mit die Fenster weiter zu optimieren.

Marius Hügel ermittelte in Zusammenarbeit mit der Firma Bartec einen „Prüfstand zur Ermittlung der Lebensdauer von Patentometern“, da Kunden in der Vergangenheit bedauerten, dass diese schnell kaputt gingen.

Eher für die Zeit nach der Arbeit sind die Technikerarbeiten von Uwe Arnold und Manuel Meister gedacht. Manuel Meister investierte viele Stunden in den Bau einer Cocktailmaschine, die selbstständig verschiedene Zutaten zusammenmischt. Möchte man nach dem Genuss von ein oder zwei Cocktails wissen, ob man noch Auto fahren darf, gibt der über Handy steuerbaren Promillemesser von Uwe Arnold Aufschluss.

Konstantin Kellermann entwickelte eine kluge Abstands- und Temperaturanzeige mit Android und Bluetooth, während Eileen Staudt sich mit einem automatisierten Quellcode-Management beschäftigte. Da es im Unterricht schwierig und aufwändig war bestimmte Texte auszudrucken, versuchte sie dies mit ihrer Technikerarbeit zu vereinfachen.

Der begeisterte Autotüftler Michael Sitter bastelte an einer sequenziellen Schaltung für ein PKW-Getriebe. Sollten von ihm und seinem Auto Bilder von einer Drohne gemacht werden, könnte dies an Benjamin Wagner liegen. Er beschäftigte sich mit dem Livestreaming von Drohnenvideos mit GPS.

Oliver Gehringer arbeitete über viele Wochen an einer „Konsolenanwendung zur Erfassung und zum Abspeichern der Leistungsdaten einer Photovoltaikanlage über einen Onlineserver.“ Er hat für seine Idee bereits die ersten Interessenten.

Die Besucher, die den Weg in die Gewerbliche Schule fanden, zeigten sich sichtlich begeistert von der Kreativität und der Ausdauer der jungen Menschen, die stolz auf ihre Projekte sein können. Sowohl der neue Seminarkurs als auch die neue Technikerklasse stehen in den Startlöchern. Die Technikerschule erstreckt sich über zwei Jahre Vollzeitunterricht. Der Abschluss beinhaltet die Fachhochschulreife und berechtigt zum Studium an einer Fachhochschule, aber ermöglicht den Technikern in erster Linie eine Laufbahn im mittleren Management. Unternehmen suchen händeringend Fachkräfte und die Berufsaussichten für Techniker sind hervorragend. Für das kommende Schuljahr 2016-2017 sind noch Plätze frei.

Erfolgreich ihr Können unter Beweis gestellt

Erfolgreich ihr Können unter Beweis gestellt

Nach zwei Jahren harter Arbeit konnten eine Schülerin und zehn Schüler der Fachschule für Datentechnik an der Gewerblichen Schule Bad Mergentheim ihr Zeugnis als „Staatlich geprüfter Techniker/in für Datentechnik“ entgegennehmen. Der Abschluss beinhaltet die Fachhochschulreife und berechtigt die Elf nun zum Studium an einer Fachhochschule, aber ermöglicht ihnen in erster Linie eine Laufbahn im mittleren Management.

Schulleiterin Edeltraud Smolka freute sich, dass alle den Weg bis zum Ende erfolgreich meisterten und nach den Anstrengungen der letzten Wochen und Tage ihr Zeugnis in Empfang nehmen durften. Bereits im Mai standen die schriftlichen Prüfungen auf dem Plan. Nun hieß es benotete und öffentliche Präsentation der Technikerarbeiten sowie mündliche Abschlussprüfungen. Der hervorragende Gesamtschnitt von 1,8 beweist das hohe Niveau der Techniker. Oliver Gehringer aus Finsterlohr (Creglingen) erreichte die Traumnote 1,1. Insgesamt gab es acht Preise und eine Belobigung.

Edeltraud Smolka freute sich besonders darüber, dass alle bereits eine Stelle haben oder konkrete Pläne und Wege vorweisen können. Abteilungsleiter Ruthard Honeck betonte im Anschluss, dass die Klasse stolz auf das Erreichte sein könne. Bei der Präsentation der Technikerarbeiten wundere er sich stets aufs Neue, was man den Leuten beibringe und wie sie das Beigebachte umsetzen. Sie hätte viel Zeit in ihre Arbeiten investiert und gezeigt, was ihn ihnen steckt.

Zuletzt wünschten Klassenlehrer Michael Bauer und die anwesenden Fachlehrer „ihren Technikern“ alles Gute für die Zukunft. Alle betonten, dass in der Klasse immer ein tolles Arbeitsklima und Wir-Gefühl herrschte und jeder gerne in den Unterricht gegangen ist.

Die erfolgreichen Absolventen sind:

Uwe Arnold (Preis), Oliver Gehringer (Preis), Simon Hartlaub, Marius Hügel (Preis), Konstantin Kellermann (Preis), Manuel Meister (Lob), Martin Rein (Preis), Manuel Seyfried (Preis), Michael Sitter (Preis), Eileen Staudt, Benjamin Wagner (Preis)

Erfolgreich durchs Ziel gerudert!

Erfolgreich durchs Ziel gerudert!

An der Gewerblichen Schule Bad Mergentheim wurden 68 Prüflinge ins Berufsleben entlassen.

Die knapp 70 Absolventen der Berufsschulabschlussprüfung erzielten mit 2,3 einen hervorragenden Gesamtdurchschnitt. Fast die Hälfte der Schülerinnen und Schüler erhielten für ihre Leistungen eine Auszeichnung. Insgesamt wurden 22 Preise und 9 Belobigungen für gute und hervorragende Leistungen übergeben. Leistungsbester wurde der Fachinformatiker Sebastian Schlachter aus Wertheim, der mit der Traumnote 1,1 bestand.

Nach den Anstrengungen der letzten Wochen gebe es etwas mehr Freizeit, aber „Lernen ist wie Ruder gegen den Strom, wenn man damit aufhört, treibt man zurück.“, so Schulleiterin Edeltraud Smolka in ihrer Ansprache. Sie betontein der gemeinsamen Feierstunde, dass die jungen Menschen nun das Ruder in der Hand hielten und selbst entscheiden, wohin sie  künftig paddeln möchten. Sie seien in den vergangen Jahren mit jedem einzelne Ruderschlag dem Abschluss ein Stück näher gekommen, aber sollten nun nicht aufhören zu rudern, denn nur wer gegen den Strom schwimme, komme irgendwann an der Quelle an. Gleichzeitig dankte sie allen „Steuermännern und –frauen“, die die Absolventen im Betrieb und in der Schule antrieben und motivierten.

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Die Schulleiterin ermutigte die Absolventen, wieder an die Schule zu kommen, da diese auch interessante Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten biete. So ermöglichen Fach- und Meisterschulen eine weitere Spezialisierung. Unternehmen suchen händeringend Fachkräfte und die Berufsaussichten für Techniker und Meister sind hervorragend. Der Abschluss beinhaltet die Fachhochschulreife und berechtigt zum Studium an einer Fachhochschule bzw. als Meister auch an der Universität.

Edeltraud Smolka wünschte allen viel Erfolg für ihren weiteren Lebensweg, aber auch die noch anstehenden Prüfungsgespräche der IHK oder des Gesellenprüfungsausschusses.

Danach richtete der junge Fleischerprüfling Rico-Leon Müller einige Worte an alle Anwesenden. Er erinnerte daran, dass dieser Erfolg für die meisten vor drei Jahren nicht denkbar gewesen sei und dankte besonders seinen Klassenlehrerinnen. Die Lehrer und Lehrerinnen hätten einen zwar hin und wieder gequält, aber dennoch seien die vergangenen Berufsschuljahre eine sehr angenehme Zeit gewesen.                                                                   

Besuch der Holocaust-Überlebenden Liesel Binzer an der Gewerblichen Schule

Besuch der Holocaust-Überlebenden Liesel Binzer an der Gewerblichen Schule

Die fast 80-jährige Holocaust-Überlebende Liesel Binzer, geb. Michel, berichtete vor Schülern der Zweijährigen Berufsfachschule und des Technischen Gymnasiums von ihren Kindheitserlebnissen im KZ Theresienstadt.

Im Rahmen des Projekts „Schule ohne Rassismus“, das es seit einigen Jahren an der Gewerblichen Schule gibt, nahm der verantwortliche Lehrer Jürgen Tapparelli mit Marina Müller von „Zeugen der Zeitzeugen“ Kontakt auf. Anliegen dieses Projekts ist es, Informationen und Erinnerungen der Holocaust-Überlebenden in die Zukunft zu tragen. Die Schicksale der 6 Millionen getöteten Juden dürfen nicht in Vergessenheit geraten.

Marina Müller, die Liesel Binzer begleitete, betonte in ihrer Einführung, man würde so lange weiterarbeiten bis „Jude“ an deutschen Schulen kein Schimpfwort mehr sei.

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Danach berichtete Liesel Binzer sehr anschaulich und noch immer sichtlich bewegt von ihren Erlebnissen während der Nazizeit. Nach dem Novemberpogrom 1938 musste die damals zweijährige Liesel Binzer mit ihren Eltern ihre Wohnung verlassen und in ein sogenanntes „Judenhaus“ umziehen. 1942 musste die Familie auch dieses Haus verlassen und wurde nach Theresienstadt im heutigen Tschechien gebracht. Als wäre es erst wenige Jahre her erzählte Liesel Binzer davon, wie ihre Mutter sie mitten im Juli dick angezogen hatte, da die Familie nur einen einzigen Koffer packen durfte. Den Koffer sahen sie danach nie wieder.

Im Lager wurde die Familie getrennt. Ihr Vater, der im Ersten Weltkrieg beide Beine verlor, konnte anders als ihre Mutter nicht schwer arbeiten. Sie selbst verbrachte die Jahre in Theresienstadt im Kinderheim, wurde in dieser Zeit schwer krank und litt die ganze Zeit unter der Trennung von ihrer Familie. Sie erinnerte sich an die unwirkliche Welt, die die SS für einen NS-Propagandafilm im Sommer 1944 erschuf. Er sollte die vermeintlich guten Lebensverhältnisse im Lager darstellen und die Vernichtungspolitik des NS-Regimes verschleiern. Zu diesem Zweck wurden Kulissen errichtet, die eine normale Stadt zeigen sollten und den Kindern sogar einen Eisbecher versprochen, auf den sich Liesel Binzer unglaublich freute. Leider gab es aber kein Eis sondern nur einen leeren Becher.

Es gab aber auch an einige Momente der Menschlichkeit in dieser irrealen und grausamen Welt. Die jüdischen Betreuer hätten versucht, den Kindern den Alltag so angenehm wie möglich zu machen. Heimlich lernte die kleine Liesel Lesen und Schreiben. Zu ihrem 6. Geburtstag bekam sie schwer krank auf der Krankenstation liegend eine Torte geschenkt. Und immer wieder sprach sie von ihrer Mutter, die mit unglaublicher Kraft, Fleiß und großer Liebe das Überleben ihrer Tochter und ihres behinderten Mannes gewährleistet hatte. Nach Ende der ns-Filmarbeiten wurde das Kinderheim aufgelöst. Ihre Mutter setzte sich energisch dafür ein, dass Liesel Binzer nicht wie die anderen Kinder nach Auschwitz deportiert wurde. 1945 wurde Theresienstadt von den Sowjets befreit und Familie Michel konnte endlich nach Hause.

Zu Hause hieß für die Familie auch nach 1945 Deutschland. Eine Auswanderung kam sowohl wegen der Behinderung des Vaters als auch aus Überzeugung nicht in Frage. Man war Deutscher und sprach nur Deutsch. Die Zeitzeugin berichtete in der sich anschließenden Fragerunde wie es ihr in der Zeit nach dem Krieg ergangen ist. Sie hat geheiratet, bekam drei Kinder und freut sich mittlerweile ihre Enkel hier und in Israel aufwachsen zu sehen. Ihre Familie wuchs, aber die Erlebnisse, die damit verbundenen seelischen Wunden und die Lücken, die die ermordeten Familienmitglieder hinterlassen haben, werden dennoch nie wieder zu schließen sein. Sie selbst kann erst seit einigen Jahren über ihre Erlebnisse sprechen. Am Ende betonte Liesel Binzer: „Es gibt keinen Grund Menschen wegen ihrer Religion oder ihrem Aussehen zu hassen.“

Die Schüler zeigten sich sichtlich bewegt und sollen nun selbst als „Zeugen der Zeitzeugen“ aus dem  Gehörten lernen und davon berichten.